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Schwanger und (nicht) alleine
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© katholisch.de/privat/KNA
Die katholische Schwangerenberatung hilft Frauen in Not

Zwei winzige rosa Streifen auf einem kleinen Display können auf einen Schlag das ganze Leben verändern. Diese Erfahrung musste auch Mara B. aus Ludwigshafen machen. 19 Jahre alt, Single und mitten in der Ausbildung hielt sie an eines morgens - zwei Wochen nach einer durchfeierten Nacht - das positive Ergebnis ihres Schwangerschaftstests in der Hand. Und fühlte sich dabei alles andere als "guter Hoffnung".

So und ähnlich geht es vielen Frauen, die Rat und Hilfe bei der katholischen Schwangerschaftsberatung suchen: Angst, Überforderung, finanzielle Probleme, eine ablehnende Haltung der Familie oder des Partners sind nur einige Schwierigkeiten, deretwegen sich ungewollt Schwangere beraten lassen.

Finanzierung durch Kirche, Bund und Land

Die katholische Schwangerenberatung ist bei der Caritas und beim Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) angesiedelt. Finanziert wurde sie nach dem Ausstieg aus der gesetzlich vorgeschriebenen Schwangerschaftskonfliktberatung fast ausschließlich durch die Bistümer. Die Mittel stammen aus der Kirchensteuer. Seit einiger Zeit fördern auch Bund und Länder wieder die Schwangerenberatung.

Seit 2001 stellen die katholischen Schwangerenberatungsstellen anders als nichtkirchliche Einrichtungen wie „pro familia“ keine Beratungsscheine mehr aus, die eine Abtreibung ermöglichen. Trotzdem – so zeigen Erhebungen der vergangenen Jahre – wird das Angebot der Caritas und des SkF nach wie vor gut angenommen. Nicht zuletzt, weil die Beratung besonders intensiv und ausführlich ist.

Viele Frauen suchen den Kontakt anonym über das Internet. Dort können sie in „virtuellen Beratungsstellen“ mit Beraterinnen chatten oder rund um die Uhr in Emailkontakt treten. Andere machen direkt einen Termin bei einer der über 250 Beratungsstellen vor Ort aus. Das geht im Notfall auch sehr kurzfristig innerhalb von drei Tagen.

Offen für alle

Die Beratungsstellen stehen Frauen, Männern und Paaren offen - unabhängig von Religion oder Nationalität. Neben der Beratung vermitteln die Stellen auch praktische Hilfen und Unterstützung. Dazu stehen den gut ausgebildeten Beraterinnen Ärzte, Juristen, Seelsorger und Psychologen zur Seite.

Finanzielle Hilfen für Frauen in Not ermöglichen auch die „Bischöflichen Hilfsfonds“, einiger Bistümer, die auch aus Kirchensteuereinnahmen gespeist werden. Im Bistum Speyer existiert zudem eine Bischöfliche Stiftung, die karitative Projekte für Schwangere in Notlagen fördert und die Öffentlichkeit für das Thema sensibilisiert.

Hinter allem steht der Gedanke, ungeborenes Leben zu schützen und werdenden Eltern Perspektiven in einer wirtschaftlich, gesundheitlich oder persönlich schwierigen Situation aufzuzeigen. Die Arbeit der Schwangerenberatung geht noch weiter: Nach der Geburt eines behinderten Babys oder beim Verlust eines Kindes ist die katholische Schwangerenberatung für die Eltern da.

Auch wenn sich eine Frauen für einen Schwangerschaftsabbruch entschieden hat kann sie sich an die Schwangerschaftsberatung wenden. Hier wird man ihr helfen, das Erlebte zur verarbeiten. Die Mitarbeiterinnen informieren außerdem über Familienplanung, Verhütung und Sexualität und gehen mit diesen Themen auch in Schulen oder Jugendzentren. Alle Angebote werden immer wieder nachgefragt und gerne angenommen.

Bild-Collage: KNA/privat/katholisch.de