Der Präsident der katholischen Friedensbewegung Pax Christi, Heinz-Josef Algermissen, hat die Teilnehmer der Münchner Sicherheitskonferenz aufgefordert, die Exit-Strategie für den Afghanistan-Einsatz weiter zu diskutieren.
Die Befriedung des Landes mit Kampftruppen werde niemals zu einem guten Ende kommen, sagte der Bischof von Fulda dem Münchner Kirchenradio. Deshalb müsse nun ein Gesamtkonzept für den Abzug der Truppen auf den Weg gebracht werden. Wenn man jetzt nicht mit einem geplanten Ausstieg beginne, werde sich auch in 10 Jahren noch nichts bewegt haben. Die Exit-Strategie, die vor einigen Wochen ins Gespräch gebracht wurde, müsse sich nun auswirken, so Algermissen weiter. Dazu gehöre, dass ein verbindliches Datum für einen Abzug vereinbart werden muss. In diese Richtung sollten die Teilnehmer der Sicherheitskonferenz diskutieren. Ein Weitermachen wie bisher und nur das Ganze lösen wollen durch noch ein Bataillon mehr, sei in sich selbst sinnlos. Mit einer schnellen Entscheidung rechnet der Bischof allerdings nicht. "Da ist noch ein längerer Weg", so der Pax Christi Präsident weiter. Algermissen zeigte Verständnis für den Aufruf der Pax Christi Gruppe im Erzbistum München und Freising, gegen die am 5. Februar beginnende Sicherheitskonferenz zu protestieren. Demonstrieren sei nichts Anrüchiges. 70 Prozent der Deutschen seien gegen den Kriegseinsatz in Afghanistan. Wenn die Politiker das, was in der Öffentlichkeit gedacht wird, nicht verstehen, müsse man ein wenig nachhelfen, sagte der Bischof.