Elf Jahre lang gehörte der deutsche Kardinal Walter Kasper zu den profiliertesten Persönlichkeiten im Vatikan. Als "Ökumene-Minister", als Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, bestimmte er unter Papst Johannes Paul II. wie unter dessen Nachfolger Benedikt XVI. maßgeblich die Linie der katholischen Kirche im Verhältnis zu den anderen Kirchen wie zum Judentum.
Fortschritte im Kontakt zur Orthodoxie wie zu den Kirchen der Reformation sind zum guten Teil dem früheren Theologieprofessor und Bischof von Rottenburg-Stuttgart zu verdanken. Zum 75. Geburtstag am 5. März 2008 hatte Kasper dem Papst pflichtgemäß seinen Rücktritt angeboten. Benedikt XVI. beließ ihn aber länger im Amt. Jetzt hat er mit dem Baseler Bischof Kurt Koch einen Nachfolger für Kasper ernannt. Zeit also für eine Bilanz.