Insbesondere Eltern machen sich Gedanken darüber, ob Gewaltszenen in Fernsehtrickfilmen oder Spielserien die geistige und psychische Entwicklung ihrer Kinder negativ beeinflussen. Dabei ist es zunächst einmal wichtig, Gewalt zu definieren. Gerade bei Gewalt im Fernsehen muss unterschieden werden zwischen realer Gewalt, wie sie zum Beispiel in den Nachrichten vorgeführt wird, und fiktionaler Gewalt, wie sie in Trickfilmen, Serien, TV-Movies oder Spielfilmen vorkommt. Die Filmberichte, die in den Nachrichten gezeigt werden, sind für Kinder meistens schwer verständlich. Es fehlen ein Gut und Böse, es fehlen die Möglichkeiten zur Identifikation, es fehlen die Helden und die Antihelden. Was im Bewusstsein der jungen Zuschauer haften bleibt, sind oft die emotional aufwühlenden Bilder.Unterschied zur realen Gewalt ist schwer erkennbar In den fiktionalen Programmen dagegen ist Gewalt nur gespielt, trotzdem können Kinder und Jugendliche den Unterschied zur realen Gewalt oft kaum erkennen. Hier ist es hilfreich, Kindern zu verdeutlichen, dass die Gewaltszenen zum Beispiel von professionellen Stuntleuten ausgeführt werden. Die Anschauung wird dabei zerlegt in technische Details. Distanz entsteht, die Illusion zerfällt.´bluebox´ erklärt technische Details Hier setzt der Filmbeitrag von 'bluebox' an. Wir erklären, wie eine Schlägerei vorbereitet wird, wie Wunden geschminkt und Bewegungsabläufe geprobt werden. Und am Ende sehen wir, dass die Schauspieler völlig frei von Aggressionen sind. Neben der körperlichen Gewalt, die oft durch Schlägereien dargestellt wird, gibt es noch die psychische oder verbale Gewalt, die meist in hierarchischen Machtstrukturen entsteht. Im Fernsehen sind beide Phänomene zu finden. Die körperliche Gewalt findet sich in Actionfilmen. Dort werden Menschen geprügelt und Gegenstände zerstört, oft ohne einen begleitenden, logischen Kontext. Gerade zur Lieblingssendezeit von Kindern gibt es ein breites Angebot, dessen Bilder Angst auslösen oder falsche Weltbilder vermitteln können.Gewalt am Nachmittag Psychische und verbale Gewalt tritt aber auch schon nachmittags in einigen Talkshows auf, wenn Menschen bewusst gegeneinander positioniert werden. Beziehungskriege, Mobbing und Randgruppenkonflikte geraten so in den Mittelpunkt öffentlicher Betrachtung. Diese unterschiedlichen Ausprägungen von Gewalt haben unterschiedliche Auswirkungen auf die jungen Zuschauer. Immer haben diese Auswirkungen auch damit zu tun, auf welchen Erfahrungshorizont sie treffen. In jedem Fall sollten Kinder nicht mit dem Gesehenen allein gelassen werden: Zum Verarbeiten gehört das Sprechen über das Gesehene. Dem Fernsehen haftet eine Faszination an, die es gefährlich macht. Gefährlich, wenn die Nähe, die von der Illusion erzeugt wird, nicht durch reflektierende Distanz ergänzt wird. Diese Distanz können Kinder und Jugendliche auf unterschiedliche Weise erlangen, zum Beispiel beim Drehen eines eigenen Films oder durch Bücher, die sie über den Hintergrund aufklären.