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Marx: Kruzifix-Urteil ist falsches Signal
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© Münchener Kirchenradio
Kommentar des Münchner Erzbischofs Reinhard Marx zum jüngsten Kruzifix-Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte.

Das Christentum ist eine öffentliche Angelegenheit. Deshalb könne ein Einzelner auch nicht das Abhängen eines Kreuzes einfordern, nur weil es ihn störe. Das sagte der Münchner Erzbischof Reinhard Marx mit Blick auf das jüngste Kruzifix-Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. Das Kreuz sei ein öffentliches Zeichen des Christentums, das im Wesentlichen die Gesellschaft präge. Der Staat sei zwar weltanschaulich offen, stehe aber der Religion nicht gleichgültig gegenüber. Wenn der Staat Weltanschauungen privatisiert, dann gebe er damit das Signal, dass Weltanschauungen etwas sind, das man vermeiden müsse. Diese negative Religionsfreiheit, die sich auch im deutschen Rechtssystem immer mehr durchsetze, sei ein falsches Signal, das nicht der Auffassung und Tradition der Kirche entspreche, so Marx weiter. Der Staat brauche vielmehr Menschen, die ihre Werte zum Wohl der Gesellschaft leben. Marx äußerte sich zum Kruzifix-Urteil am Ende der Herbstvollversammlung der Bayerischen Bischöfe in Freising.